PlantProgrammer Meine Welt der Dinge 2018-02-14T10:03:23+01:00 Gehänselt nicht Gegretelt 1518599003 2018-02-14T10:03:23+01:00 <h4>Reality</h4> <p>Ich komme voll bepackt mit zwei Taschen (Baumwolle natürlich, wegen der Globalisierung oder wie das heißt) vom Einkaufen. Auf halbem Weg nach Hause strömt mir eine Horde (300 ungefähr) Schulkinder samt Begleitung aus Richtung der Dorfkirche entgegen. Es ist Aschermittwoch. Alle tragen eine Zielscheibe aus Schmutz auf der Stirn.</p> <h4>Story</h4> <p>Die Gelegenheit kann ich mir nicht entgehen lassen und beginne die Taschen auf Hüfthöhe in Schwung zu bringen. Einmal auf Touren, beginne ich durch die Menschenhorden zu mähen. Es ist ein Massaker. Einzig klein Joshua steht unversehrt in einem Haufen aus Gliedmaßen und Gedärmen.<br />Joshua ist immer für seine Größe gehänselt worden. Durch seine soziale Isolation hatte er viel Zeit ... alleine ... in seinem Zimmer. So steht er jetzt als einziger Überlebender da, dank seines elektrischen Schutzschilds.<br /><br /> Die Moral von der Geschichte: Schutzschilde sind fucking awesome.</p> Glückskekse 1516563104 2018-01-21T20:31:44+01:00 <h4>Reality</h4> <p>In der O.A.S.E., dem Ort der Angst und Studentischen Einsamkeit (in Insiderkreisen so genannt), wird fleißig gelernt. Es ist eine Bibliothek mit vielen Lernräumen. Unermüdlich beißen sich die Studenten in ihren Büchern fest. Ich frage nach dem Weg zu einem Raum und meine Anfrage wird direkt von der Seite mit "Pscht" quittiert.</p> <h4>Story</h4> <p>In meiner Rolle als Motivationstrainer fühle ich mich prompt verantwortlich, den Studenten einen Teil ihres Leids zu nehmen. Sie sollen wieder wissen, wofür sie sich die Sonntage um die Ohren hauen, eingebuddelt in Schützengräben aus Medizin- und Jurabüchern.<br /> <br /> Am nächsten Tag backe ich Kekse für alle. Glückskekse. In jedem ist ein kleiner Zettel eingebacken: "Wenn das Leben dir Kekse gibt, brich dein Studium ab!"</p> Der letzte Post 1515584242 2018-01-10T12:37:22+01:00 <h4>Reality</h4> <p>Am Mittagstisch erzählt jemand vom neuen Byton. Ein E-Auto das wohl serienmäßig Alexa als Sprachassistenz verbaut hat.</p> <h4>Story</h4> <p>Ich mache eine Probefahrt. Es ist schon ein bisschen komisch mit dem Auto zu reden, als wäre es ein Mensch. Obwohl, geht es mir durch den Kopf, wir Menschen den Maschinen ja einiges Voraus haben; die Philosophie zum Beispiel. <br />An der nächsten Abzweigung habe ich eine Idee: "Alexa, lös das Trolleyproblem!"<br />Das Auto beschleunigt und steuert genau auf die Lücke zwischen vier Fußgängern (3 Nutzlose und ein Vorstandsvorsitzender) zu. Eine Anzeige im Display läuft rot leuchtend 5...4...3...2...1...<br />*Explosion*<br />*Stille*</p> Dual-Use 1511020283 2017-11-18T16:51:23+01:00 <h4>Reality</h4> <p>Ich stehe am Bahnhof und sehe die Anzeige: "Kaarster See" <br />Prompt habe ich eine Geschäftsidee.</p> <h4>Story</h4> <p>Herzlich Willkommen zum Atommüll-Endlager und Chemo-Freizeitbad "Castor See"</p> Ein Fest der Sinne 1510507663 2017-11-12T18:27:43+01:00 <h4>Reality</h4> <p>Ein Blinder steht am Bahnsteig und schaut sich die Abfahrtszeit-Tafel an.</p> <h4>Story</h4> <p>Völlig verblüfft und weil ich es nicht verstehe, frage ich ihn: "Entschuldigen Sie? Wo bekomme ich" - ich zeige auf seine Brille - "so ein modisches Hörgerät?" Er sagt nichts. Hat mich wohl als stumm wahrgenommen.</p> SR 2073: Die große Konjunktion 1507758047 2017-10-11T23:40:47+02:00 <h4>Reality</h4> <p>Mitbewohner kommt von seiner Shadowrun Pen & Paper Runde zurück. "Unsere Charaktere (3, Anm. d. Red.) haben jeweils eine Nachricht bekommen, die dann durch ein geheimes Codewort miteinander verbunden, eine Botschaft an die Gruppe ergeben."</p> <h4>Story</h4> <p>"War das Codewort 'und'? Und die Botschaft 'Geht zum Startpunkt UND macht einen erfolgreichen Run UND lootet was das Zeug hält."<br /> "Ja ... "</p> GMO - Get Mice Out 1507013820 2017-10-03T08:57:00+02:00 <h4>Reality</h4> <p>Ein Freund berichtet vom Versuch eine Maus zu fangen. Leider ist die Maus klüger. Wie in so einem Disney/Pixar/[Hier könnte Ihr Name stehen] Film sitzt sie auf der Mausefalle und grinst ihn an. Maus 1:0</p> <h4>Story</h4> <p>Zwei Tage später<br /> Ein Auto mit der Aufschrift "GMO pest control" hält vor seinem Haus. Ich steige aus, nehme ein kleines Fläschchen mit einem Stück Käse aus dem Kofferraum und betrete die Wohnung. Nachdem ich das Stück Käse circa 2 Meter weit weg vom Sofa platziert habe, nehmen wir Platz. "Und dass du sie jetzt fütterst hilft uns wie", fragt mein Freund. "Virus", antworte ich knapp. Ein Blick der Erkenntnis bildet sich auf seinem Gesicht: "Achso, dann wird die Maus krank und stirbt, merkt aber vorher nicht, dass sie Gift zu sich nimmt."<br /> <br /> "Viel cleverer. Die Maus wird laktoseintolerant und ...", Ich werde jäh von einem Knall unterbrochen. 19 Gramm feinster Eingeweidestaub regnet auf uns herab. <br />Maus 1:1 mol</p> Spott-Twist 1499783222 2017-07-11T16:27:02+02:00 <h4>Reality</h4> <p>Ich steige aus der Tram. Meine S-Bahn fährt in einer Minute. Nein wirklich, ist ja nicht Berlin hier. Auf jeden Fall komme ich in den Bahnhof und sehe ein Plakat. Die Aufschrift schreit mir förmlich ein Schlagwort entgegen: "Mit BIO schmeckt dein Leben besser" Achso, denke ich, das ist nicht unwichtig. Mein Blick schweift ab und fällt auf einen Bettler, der unterhalb des Plakats sitzt. Er trinkt aus einem Flachmann, verzieht das Gesicht ganz arg und spuckt auf den Boden.</p> <h4>Story</h4> <p>Verständnisvoll setze ich mich neben ihn und stelle mich vor: "Hey, ich bin Plant und ich habe die Lösung für deine Probleme. Mit BIO schmeckt dein Leben besser." "Aha", sagt er, "Mensch, das hätte ich früher wissen müssen. Entschuldigung der Herr, haben Sie eine 50 Euro Spende für Bioethanol, denn Plant hier hat mir gerade eröffnet, dass mit BIO mein Leben besser schmeckt." "Klar, nachhaltige Rohstoffe sind gut für die gesamte Gesellschaft, hier hast du Hundert." Ungläubig starre ich den Passanten an. WER VERARSCHT HIER EIGENTLICH WEN? schreie ich. <br /><br />Zwei Wochen später erreicht mich ein Youtube-Link. Ich wurde gespielt. Jetzt spiele ich eine Hauptrolle im neuen Super BIO Markt Werbespot ...</p> Stoff frisst kein Brot 1499513569 2017-07-08T13:32:49+02:00 <h4>Reality</h4> <p>Ich komme an einem Suchplakat vorbei. Die Überschrift lautet "Babydecke vermisst".</p> <h4>Story</h4> <p>Ich lese gar nicht viel weiter, aber der Text muss wohl wie folgt fortgeführt worden sein: "Die Decke ist von unschätzbarem, emotionalem Wert für uns. Bitte melde dich, falls du sachdienliche Hinweise beitragen kannst. Bei Rückgabe erwartet dich ein Finderlohn in Höhe von:<ul><li>normal €100</li><li>mit Baby €45</li></ul></p> Hashtag LARP-Verbot 1495991702 2017-05-28T19:15:02+02:00 <h4>Reality</h4> <p>Mitbewohner ist von einer LARP-Veranstaltung zurück und erzählt vom Meister Schüler Spiel. Ich verstehe manche Spielansätze konzeptionell nicht und bin skeptisch, ob LARP etwas für mich ist.</p> <h4>Story</h4> <p>Dann dämmert es mir. Es ist das LARP-Setting Mid/High-Fantasy, das mir Probleme bereitet. Wenn ich LARPen würde, bräuchte ich etwas Modernes. Ein bisschen Skurilität. Aber grundsätzlich modern. <br /><br /><strong>Bänker&Biologen-LARP</strong> <br />Die Menschheit ist dem Untergang geweiht. Nur eine kleine Gruppe hat sich auf den Weg zum Mars gemacht, um eine neue Gesellschaft zu gründen. Biologen für die Nahrungsversorgung und Bänker für das Wirtschaftssystem. Diese Welt könnte man prima beLARPen. Wer sich in keiner der beiden Rollen wohlfühlt kann ja Nachzügler Erdlinge bespielen, die von allen verachtet und nur partiell geduldet werden.</p> Uh oh ah + FDR 1491497353 2017-04-06T18:49:13+02:00 <h4>Reality</h4> <p>Ich bin auf dem Weg zur U-Bahn. Noch zwei Straßen überqueren ... als plötzlich ein ****ora-Fahrer die Kurve schneidet und mich fast über den Haufen fährt. Er selbst erschrickt auch und gerät ins Schlingern. <br /><br /> **** ist eine eingetragene Marke der Password GmbH</p> <h4>Story</h4> <p>Nachdem der Radler sich auf die Fresse gelegt hat und das Fahrrad mit dem Ausstieben von Metallfunken fertig ist, geht es mir schon ein bisschen besser. Garstiger Lieferant (garstig, weil er das Essen nicht zu mir gebracht hat, ich mache da qualitative Unterschiede). Immernoch etwas wütend stampfe ich zu ihm hinüber. Ich zeige auf sein zerissenes Glied und rufe: "DAS nennst du eine intakte Nahrungskette???", mache eine dramatische Pause und zeige sodann auf meine Kette aus Zuckerperlen: "DAS ist eine intakte Nahrungskette."</p> In jeder Hand ein Himbeereis 1490680165 2017-03-28T07:49:25+02:00 <h4>Reality</h4> <p>Ich bin auf dem Weg zur Arbeit (seit einiger Zeit nicht mehr der Waldweg, sondern ein schnöder Stadtweg). Heute nehme ich nicht den Bus sondern gehe zu Fuß. Etwa 300 Meter vor mir läuft eine Erst- oder Zweitklässlerin Richtung Grundschule. Als ein hagerer, großer Mann mit Anzug und Krawatte entgegenkommt, stoppt sie ihn.</p> <h4>Story</h4> <p>Newsflash: "Der 41-jährige Martin G., der noch zuletzt auf dem Frankfurter Parkett gehandelt hat, wird seit den frühen Morgenstunden vermisst. Augenzeugen berichten, wie ein kleines Mädchen ihm auf dem Schulweg aufgelauert habe. Ferner habe es ihn mit der Aussicht darauf, einen richtigen Aktenkoffer zu sehen, in sein Dreirad gelockt und damit verschleppt. Von beiden fehlt derzeit jede Spur."</p> Fahrradstreife 1489933800 2017-03-19T15:30:00+01:00 <h4>Reality</h4> <p>Ich treffe einen Freund, der hektisch auf der Suche nach einem Trennschleifer (ich möchte Schleichwerbung für FLEX-Elektrowerkzeuge GmbH, Bahnhofstraße 15, 71711 Steinheim vermeiden) ist. “Wofür?” frage ich mich und um Wortwiederholungen zu vermeiden frage ich ihn: “Warum?”<br /> <br /> “Ich muss ein Fahrradschloss öffnen”, sagt er. “EIN Fahrradschloss? Weißt du noch nicht zu wessen Fahrrad oder was?”, frage ich. Im folgenden Dialog klärt sich, dass es um das Fahrrad einer Bekannten gehe und er dasselbe gefragt habe.</p> <h4>Story</h4> <p>"Ich komme mit, nur falls jemand die Polizei ruft", sichere ich ihm zu. Es scheint ihn komischerweise eher zu verunsichern. Seltsam ... <br /><br /> Den Trennschleifer majestätisch wie ein Zepter vor uns her tragend erreichen wir das Fahrrad. Just in diesem Augenblick biegt ein Polizeiauto um die Ecke und hält neben uns an. Drei Polizisten steigen aus, bauen sich vor uns auf und fragen: "Was machen Sie denn da? Wollen Sie etwa das Fahhrad klauen?" Ich erinnere mich an die Worte meiner Mutter: "Du sollst nicht mit Fremden reden" und um Wortwiederholung zu vermeiden sage ich: "Der Operator meiner Geburt hat verlautet, ich solle das Gespräch mit Unbekannten meiden. Wenn Sie mir also Ihren Ausweis zeigen würden?!"<br /> Der vordere Polizist zeigt seinen Dienstausweis samt Dienstmarke vor. *niiiieeeeeeeaaauuuuuuu* Ich nehme die Trennscheibe wieder runter, zeige auf das zerfetzte Material in der Hand des Polizisten und sage: "Das kann so aber nicht gültig sein." Polizist Nummer 2 hat derweil seine Dienstwaffe gezückt. Ich hebe deeskalierend meine Hände, wodurch *niiiieeeeeeeaaauuuuuuu* die Trennscheibe die Seriennummer der Dienstwaffe abschmirgelt. Als ich das bermerke, winke ich den dritten Polizisten zu mir herbei. "Herr Wachtmeister", sage ich, "diese beiden Herren geben sich als Polizei aus, aber der eine hat keine Dienstmarke und der andere eine illegale Waffe. Darüberhinaus haben sie mein Fahrrad unrechtmäßig angekettet."<br /> <br /> Nachdem der dritte Polizist die anderen beiden gefesselt und im Auto geparkt hat, kommt er mit einem Bolzenschneider wieder und öffnet das Schloss für uns. Er wünscht uns einen schönen Tag und warnt uns noch einmal achtsam zu sein, es seien viele Betrüger unterwegs. Er setzt sich ins Auto und fährt fünf Meter, bevor er in die Einfahrt der Polizeistation einbiegt. Wir nehmen das für uns befreite Polizeifahrrad und rennen weg.</p> Resteverwertung Karneval 1488437013 2017-03-02T07:43:33+01:00 <h4>Reality</h4> <p>Ich bin gerade aufgestanden und stehe vorm Spiegel. Genauso wie der Tod die Personifizierung des Sterbens ist, bin ich gerade die Personifizierung des Schlafs. Ich schaue dem Faultier, das ich bin, tief in die Augen, als mich ein Scheppern und Brüllen aus den Gedanken reißt. "Hey", "Oh", "Lau(t)" und "Buh" oder so tönt es von der Straße.</p> <h4>Story</h4> <p>ich gehe zum Fenster und schaue hinaus. Ein Karnevalsumzug in Orange schmückt die Straße. Als der Zug gerade meinem Fenster am nächsten ist, rufe ich aus aller Seele: "Helau. Kamelle" Postwendend bemerkt mich einer von ihnen und wirft mir etwas entgegen. Der siffige Müllbeutel öffnet sich beim Aufprall auf mein Gesicht und verteilt sich auf mir und meiner Fensterbank. <br /> "Die Süßigkeiten, die die werfen", denke ich, "waren auch schon einmal frischer. Nicht viel. Aber ein bisschen."</p> Taverne zur fettigen Fritteuse 1488044895 2017-02-25T18:48:15+01:00 <h4>Reality</h4> <p>Ich stehe im Imbiss und warte auf mein Essen. Neben mir wartet eine Person, die entweder zu einem Junggesellinenabschied oder einer Karnevalsgruppe gehört, und schaut mich an; nippt an ihrer Coke Zero (tm); schaut wieder herüber.</p> <h4>Story</h4> <p>Es muss ein Junggesellinenabschied sein. Und die Coke Zero (tm) präsentiert das Leben wie es sein sollte. Ich werfe den Tisch, der zwischen uns steht, um und halte Augenkontakt. Als sie die Situation begreift, beginnt sie ihr Oberteil aufzuknöpfen. Der Aufprall des Tisches zieht die Blicke der anderen Gäste auf uns, als wir uns in gerade in einer beginnenden Endlosigkeit zu küssen beginnen. Nach dem Kuss flüstere ich ihr ins Ohr: "Lust auf ein letztes Abenteuer?" Vorsichtig nickt sie.<br /><br /> Nach einer circa einstündigen Autofahrt sitzen wir im schwachbeleuchteten Keller meiner Eltern. Sie ist so furchtbar aufgeregt. Mit bebendem Herz streckte sie ihre Faust aus und öffnete sie. Zwanzig. Ein kritischer Patzer. Ihre Thorwalerin verfehlte den Drachen und schlug stattdessen dem ohnehin schon kurzgeratenen Zwerg der Gruppe den Kopf ab. Die Verwirrung der Gruppe nutzte der Drache und röstete sie alle. Alrik den Streuner, Cynthia die Thorwalerin, Alrik den Krieger, den namenlosen Zwerg und Alrik den Magier. Dies war ihr letztes Abenteuer...</p> Quid pro quo 1486625100 2017-02-09T08:25:00+01:00 <h4>Reality</h4> <p>Eine Frau im Bus versucht ein ticket zu kaufen. Der Automat akzeptiert den zehn Euro Schein nicht. Sie beginnt erst zu fluchen und fragt dann nach Wechselgeld.</p> <h4>Story</h4> <p>Ich lächle innerlich. "Ich habe keine Münzen, aber zwei Fünfer kann ich Ihnen geben", sage ich und zücke meine Geldbörse. "Es ist nur dieser Zehn Euro Schein, der nicht funktioniert, also gerne", antwortet sie. <br />Ich bin gerade fertig mit ihr die Scheine zu tauschen, als wir uns kichernd von einander wegdrehen. So leicht habe ich ihr Falschgeld untergeschoben :D .... und sie mir D:</p> 7 Wochen bis zum Mutterschutz 1485106992 2017-01-22T18:43:12+01:00 <h4>Reality</h4> <p>Ich laufe durch den Kölner Hauptbahnhof. Auf der Suche nach meinem Gleis, fällt mir im Auenwinkel eine Person auf, die auf dem Boden sitzt. ich schaue kurz rüber und lese die obere Hälfte von dem aufgestellten Pappschild. <BR />"Ich bin Schwanger"</p> <h4>Story</h4> <p>Das kenne ich, denke ich. Zweckgebundenes Betteln ist erfolgsversprechender. Also mache ich mich auf den Weg zum nächsten Supermarkt. Wenige Minuten später setze ich mich neben die Frau. Ich lege ihr meine Hand auf die Schulter und sage: "Gut, dass du ein Schild geschrieben hast, sonst wäre ich einfach vorbeigelaufen." Ich lächle, sie lächelt zurück. Ich lasse ihr die gekaufte Dose Katzenfutter da und gehe zu meinem Zug. <br /> <br />Zwei Tage später laufe ich wieder an der Frau vorbei. Sie hat ein neues Schild gemalt: "Ich habe keinen Dosenöffner."</p> Die Sprengkraft deutscher Pünktlichkeit 1483226141 2017-01-01T00:15:41+01:00 <h4>Reality</h4> <p>Es ist Silvesternacht auf der Welt. Ich bin in Düren. Düren, der Nabel der Welt. Es ist 23:30.</p> <h4>Story</h4> <p>Thomas Pesquet begibt sich ins Cupola-Modul der ISS. Er schaut zurück zur Erde. 22 Uhr in Mitteleuropa, das Feuerwerk in Moskau startet. 23 Uhr in Mitteleuropa, das Feuerwerk startet in der Ukraine. 23:30 Uhr in Mitteleuropa. Ganz Deutschland ist düster. Ganz Deutschland? Nein. Einzig in Düren werden schon hunderte Raketen gezündet.</p> 691, 783, 112 1483047923 2016-12-29T22:45:23+01:00 <h4>Reality</h4> <p>Ich komme aus dem Kinosaal. Der Film war nicht so toll. Ich hatte mir mehr Unterhaltung versprochen. Während ich überlege, was mich gestört hat und warum ich mich nicht ausreichend unterhalten fühle, sehe ich eine Gruppe Jugendlicher, die sehr viel Spaß haben.</p> <h4>Story</h4> <p>Ich will auch ein bisschen Spaß haben, denke ich und entwerfe einen Plan. Ich wühle in meiner Tasche nach einem 2 Euro Stück. Mit der Münze in der linken Hand gehe ich auf die Gruppe zu. "Darf ich auch mal", frage ich, stecke dem Typen vor mir das Geldstück in den Mund und schlage kräftig mit geballter Faust in sein Gesicht. <br /> <br /> Witzig diese Boxautomaten. Allerdings ist dieser wohl kaputt, denn er zeigt keine Punktzahl an.</p> Offenes Licht vermeiden. 1481929514 2016-12-17T00:05:14+01:00 <h4>Reality</h4> <p>Mitbewohner erzählt vom letzten LARP Event. Sein Charakter war wohl in einer Lehrstunde. "Und dann hat der Magister mir vier Gegenstände gezeigt und gefragt welcher von diesen magisch sei."</p> <h4>Story</h4> <p>Das ist doch langweilig, denke ich, während mein Mitbewohner weitererzählt. Ich stelle mir die Situation wie folgt vor: Ein 2,5 Meter langer 1,073 Meter breiter Tisch mit eine Plattendicke von 17 mm steht in einem schrulligen alten Hörsaal mit quietschenden Stuhlgelenken und Kaugummibeklebten Armstützen. Auf diesem Tisch eine nicht-magische Tischdecke, ein nicht-magischer Ring, ein nicht-magischer Würfel und ein Feuerball von 45 cm Durchmesser etwa 1 Meter über dem Tisch schwebend. <br /> <br /> "Das ist unfair, woher soll ich denn wissen, welcher der Gegenstände magisch ist."</p>